Unser Wald-Kinderspielplatz

Reifenschwinger, Doppelschaukel, Eurokarussell, Balkenwippe, Rutsche und 4 Federwippen

Die erste Anlage eines „Spielplatzes für Erwachsene und Kinder“ mit den Ausmaßen von 32 x 20 Metern und mit einer umrahmenden kleinen 3 m breiten „Allee“, deren doppelte Baumreihe heute noch zum Teil erhalten ist, geht auf die Tätigkeit des „Verschönerungsvereins zu Jena“ zurück. Unter der Leitung ihres Vorsitzenden, des Oberstaatsanwalts Horst Lommer, widmete sich der Verein in den 1890-er Jahren in besonderer Weise der Erschließung des Landgrafenbergs. Neben dem Bau des Landgrafenhauses 1893 und seiner Erweiterung durch einen Anbau 1901 erfolgte nach entsprechendem Beschluss ab 1901 die „parkartige Herstellung" der vom Verein den Schillbach´schen Erben abgekauften Landgrafen-Hochebene mit Wegen, Plätzen, Gehölzen und Staudengruppen. Der Garteninspektor Maurer hatte in Lommers Auftrag den Plan der gesamten Anlage entworfen und vorgestellt und leitete in den Folgejahren dessen Realisierung. Darin enthalten war u.a. auch der genannte Spielplatz.

 

Der erste Beschluss der 1968 gegründeten Berggemeinschaft Landgrafens – damals noch unter dem Namen „Freundeskreis Landgrafen im Kulturbund der DDR“ - betraf den Bau eines neuen Kinderspielplatzes an der vom Verschönerungsverein ursprünglich dafür angelegten Stelle. In über 800 freiwilligen Arbeitsstunden bauten wir für den Spielplatz Klettergerüst, Kletterpilz, Wippe, Schaukel und Sandkasten, in den folgenden 2-3 Jahren kamen Kinderreck, Karussell, Kletterkugel, Rutsche, ein großes Turngerät und später eine Kletterburg hinzu. Bereits am 29.06.1968 fand das erste Kinderfest mit 250 Kindern statt, es gab verschiedenste Spiele und spielerische Wettbewerbe, einen Zauberer-Auftritt, Kutschfahrten des Fuhrunternehmers Bauchspieß und natürlich Bewirtung mit Bratwürsten. Diese jährlichen Kinderfeste wurden zur festen Tradition und finden bis heute jeweils am 1. Sonntag im Juni statt. Die Spiele gibt es noch immer, der Zauberer ist ebenfalls noch aktiv für uns; die Kutschfahrten sind inzwischen durch Pony-Reiten und eine Präsentation der Feuerwehr abgelöst, hinzugekommen sind Puppenbühne und Brieftaubenstart.

 

Eine Anschubfinanzierung für den Spielplatzbau gab es bei der Vereinsgründung in Form der Zuwendung eines Startkapitals von 5.000,- Mark der DDR von der Stadt, in den folgenden Jahren bekamen wir bis zur Wende jährlich den gleichen Betrag zur Unterstützung unserer Arbeit von der Universität auf der Basis eines Patenschaftsvertrags. Seit der Wende fördert die Wilhelm-Härdrich-Stiftung unseren Verein wie auch die anderen Jenaer Berggesellschaften mit einer jährlichen Geldzuwendung und bei besonderen Anlässen auch mit Sondermitteln.

 

Hilfe bei der Pflege der Spielgeräte bekamen wir in den ersten Jahrzehnten durch die Mitarbeiter des Instituts für Fremdsprachen und Schulklassen im Rahmen entsprechender Freundschaftsverträge. Nach der Wende waren unsere z.T. selbst gebauten Spielgeräte plötzlich nicht mehr TÜV-gerecht und mussten von uns abgebaut werden; 1995 konnten wir dann mit Hilfe einer großzügigen Spende von Herrn Prof. Zintl von der Kinderklinik die Spielplatzanlage und -ausstattung vollständig erneuern.

Im Laufe des Jahres 2015 ist nach langen Verhandlungen mit dem Dezernat Familie und Soziales letztlich dank des Drängens von KSJ und der Stadtforstverwaltung unser bis dahin vereinseigener Kinderspielplatz endlich in den städtischen Spielplatz-Netzplan aufgenommen worden, so dass die inzwischen sehr kostenträchtigen Reparaturen und Erneuerungen von Spielgeräten und Fallschutz seitdem aus dem städtischen Spielplatz-Kontingent finanziert und von KSJ realisiert werden. Inzwischen erfreuen sich die Kinder der Kindereinrichtungen unseres Wohngebiets sowie zahlreicher Familien und Spaziergänger bereits der dritten Ausstattung mit Spielgeräten.